Wer hat Angst vor Virginia Woolf

Martha (Elizabeth Taylor) und George (Richard Burton) sind ein Ehepaar Mitte der 1940er, dass trotz der Fassade alles andere als glücklich ist. Zu sehr haben sich die Konflikte zwischen den beiden aufgestaut. Als sie eines abends schon etwas angeheitert von einer Party nach Hause kommen, eröffnet Martha ihrem Mann, dass sie für denselben Abend noch Gäste eingeladen hat. Wütend bricht George in Schimpfkanonaden aus, als die Gäste, Nick (George Segal) und Honey (Sandy Dennis) bereits vor der Tür stehen.

Damit ist der explosive Grundstein für den Abend gelegt. Zunächst ist es Martha, die vor aller Ohren schonungslos über den Versager George herzieht, der es nur zu einer mittelprächtigen Position an der von ihrem Vater geleiteten Universität gebracht hat. Erst später schlägt George zurück. Bis dahin sammelt er aber in einem 4-Augen-Gespräch vor der Haustür noch Informationen über Nick und Honey. Denn auch die Beziehung der beiden ist keinesfalls so unbelastet wie es zunächst scheint.

Mike Nichols verfilmte das Bühnenstück von Edward Albee, das Anfang der 1960er Jahre für Aufsehen sorgte. Auch der Film stieß auf glänzende Resonanz und wurde mit fünf "OSCAR"s ausgezeichnet. Der vielleicht eindeutigste ging dabei an Elizabeth Taylor, die die Martha so unübertrefflich ordinär darstellt. Ansonsten merkt man dem Film aber deutlich die Herkunft des Stoffes an: Alles spielt auf engem Raum, die Handlung wird nur durch lange Dialoge vorangetragen. Verfilmtes Theater eben - leider nicht mehr.