Fear and Loathing in Las Vegas

STORY: Raoul Duke (Johnny Depp) ist auf der Suche nach dem amerikanischen Traum. Doch die wirkliche Welt sieht etwas anders aus, "im anstößigen Jahr unseres Herrn, 1971".

In Vietnam tobt ein sinnloser Krieg, die Hippie-Ideale beginnen zu zerbröseln, man sucht Zuflucht in Drogen aller Art, von Meskalin über Kokain bis Äther, obwohl "es nichts Unwürdigeres gibt, als einen Menschen auf Äther".

Gemeinsam mit seinem Anwalt Dr. Gonzo (Benicio del Toro) macht sich Raoul auf in die Wüste von Nevada, um von einem Motorradrennen zu berichten.

Verfolgt von einem Schwarm Fledermäusen flüchtet man erst einmal nach Las Vegas. "Keine gute Stadt für psychedelische Drogen" konstatiert Dr. Gonzo.

Tatsächlich herrscht in der Stadt der Engel das blanke Grauen: Es wimmelt von Reptilien, Granaten schlagen ein, und das Hotelzimmer gleicht einem Schlachtfeld....

KRITIK:
Terry Gilliam hat sich mit diesem Zelluloid gewordenen Halluzinogen von einem Film einen großen Traum verwirklicht: Nämlich das als unverfilmbar geltende Kultbuch von Hunter S. Thompson auf die Leinwand zu bringen. Und zwar in größtmöglicher Authentizität.
Dies ging so weit, dass Johnny Depp im Film sogar die grauenhaften Klamotten von Hunter S. Thompson trägt und seinen Wagen fährt. Mit eigens ausrasierter Glatze sieht er dem Autor auch optisch beängstigend ähnlich.

Die Handlung allerdings versinkt genau so im Drogensumpf wie seine Protagonisten, lässt aber Raum für eine Unzahl an bizarren visuellen Einfällen, die Thompsons/Johnny Depps ganz persönliche Sicht auf eine Nation am Abgrund illustrieren.

Mit all seinen wahnwitzigen Situationen und unfassbaren Drogenexzessen ist "Fear and Loathing in Las Vegas" ein derart berauschendes Filmerlebnis, dass es gar nicht mehr möglich ist, den Kinosaal in nüchternem Zustand zu verlassen.

Ein cineastischer Drogentrip mit extrem hohem Suchtpotential, sozusagen. Doch laut Regisseur Terry Gilliam geht es im Film gar nicht um Drogen an sich: Sondern um die grundsätzliche Tragödie des menschlichen Überlebenskampfes. Um das Gefühl von Wahnsinn und Paranoia. Und um den amerikanischen (Alb)-Traum.

Ein trauriger Nachtrag: Am 20.2.2005 wurde Hunter S. Thompson erschossen aufgefunden. Hier ein würdiger Nachruf.

FAZIT: Ein unfassbarer, exzessiver Wahnsinn von einem Film, den bestimmt niemand mittelmäßig finden wird. Diesen Film kann man nur lieben oder hassen. Wofür ich mich wohl entschieden habe? :-)