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Reizkonfrontation

Die Reizkonfrontation ist in der Psychotherapie eine sehr effektive Methode aus der Verhaltenstherapie zur Behandlung von Phobien, Zwangsstörungen, Panikstörungen und Posttraumatischen Belastungsstörungen. Bei ihr geht es darum, die Situation (den Reiz), die Angst auslöst, aufzusuchen. Jemand mit Spinnenphobie soll also sich eine Spinne genau anschauen und anfassen.

Bei einer Reizkonfrontationkommt es erst zum Anstieg der Angst, weil nicht mehr vermieden oder geflüchtet wird. Wenn sich die Person aber wirklich auf die Situation einlässt, d.h. akzeptiert, dass sie Angst hat und nicht versucht, sich abzulenken oder zu katastrophisieren, kommt es zu einem Nachlassen der Angst (Habituation): Der Körper lernt, dass man in der Situation keine Angst haben braucht. Die Person sollte so lange in der Situation bleiben, bis die Angst verschwunden ist und sollte dabei gelassen akzeptieren und abwarten. Wenn man den Rückgang der Angst versucht zu erzwingen, dann spürt der Körper, dass Angst in der Situation vielleicht doch notwendig ist und die Angst bleibt. Die Reizkonfrontationen müssen meist mehrmals durchgeführt werden. Gerade bei Posttraumatischen Belastungsstörungen ist es wichtig, dass keine Gefahr mehr von der Situation ausgeht, z.B. ein schlagender Vater bei Kindern und dass die Person nicht retraumatisiert wird.

Die Reizkonfrontation kann in Schritten (graduiert) erfolgen, man beginnt dann mit einer leichten bis mittelschweren Situation oder man kann massiert mit der schwierigsten Situation beginnen (flooding=Reizüberflutung). Das massierte Vorgehen ist meist am schwierigsten für die Patienten, bringt aber auch die schnellsten Erfolge.

Eine Reizüberflutung kann in der realen Situation (in-vivo) oder in der Vorstellung (in-sensu, wie bei der Systematischen Desensibilisierung) allein oder mit Therapeutenhilfe durchgeführt werden.