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Familienstellen

Das Familienstellen (oder Familienaufstellen) ist ein Methode, die von Bert Hellinger in den letzten Jahrzenten in Deutschland entwickelt wurde. Hellinger, der lange Jahre als Missionar in Südafrika gelebt hat, hat verschiedene Therapieverfahren gelernt, wie z.B. die Psychoanalyse, die Transaktionsanalyse, die Primärtherapie, NLP und die Familientherapie nach Satir. Die Methode des Aufstellens einer Familie stammt aus der Familientherapie und wurde durch Hellinger weiterentwickelt und durch wichtige Konzepte erweitert.
Beim Familienstellen werden die wichtigsten Familienmitglieder eines Klienten durch sogenannte Stellvertreter vom Klienten im Raum "aufgestellt". Der Klient soll sich dabei von seinem "Bauchgefühl" und nicht von seinem Verstand leiten lassen. Nachdem er die Stellvertreter aufgestellt hat, setzt sich der Klient auf einen Platz wo er gut sehen kann und der Aufsteller beginnt die Stellvertreter zu fragen, wie sie sich fühlen. Meist werden dann Konflikte zwischen den Familienmitgliedern deutlich, wie z.B. das Ausgrenzen eines Mitgliedes oder eine fehlende Achtung zwischen Partnern oder von Kindern zu Eltern.

Deutlich wird dann, dass die Stellvertreter beginnen, Gefühle wahrzunehmen, die nichts mit ihnen selbst zu tun haben, sondern zu den jeweiligen Familienmitgliedern gehören (sog. Fremdgefühle). Nach Hellinger wird hier ein "wissendes Feld" wirksam, wo die (Familien-)Informationen gespeichert sind, ähnlich wie beim Kollektiven Unbewussten nach Jung. Solche Felder nennt der Biologe Rupert Sheldrake morphologische Felder und erklärt damit, dass neues Wissen und Verhalten von Tieren und Menschen zu gleicher Zeit an verschiedenen Stellen der Erde auftaucht, ohne dass es eine direkte Verbindung gibt. Die wahrgenommenen Gefühle der Stellvertreter deuten konflikthafte Beziehungen innerhalb des Familiensystems an. Nach Hellinger kann z.B. ein späteres Familienmitglied die "Rolle oder das Schicksal" eines früheren Mitgliedes unbewusst "übernehmen", wenn dieser aus dem System "ausgegrenzt" wurde, wie z.B. ein Urgroßvater der im Krieg gefallen ist oder ähnliches. Das spätere Mitglied "macht" damit auf die ausgeschlossene Person "aufmerksam", da ein "System danach strebt, alle Mitglieder zu würdigen und zu integrieren". Wird die ausgeschlossene Person durch den Aufsteller wieder in das System "gestellt" und erhält diese damit "ihren Platz im System", dann "braucht" das spätere Mitglied die "Last" des anderen nicht mehr zu tragen. Oft wird diese Würdigung mit "Lösungssätzen" unterstrichen, indem z.B. ein Kind sagt: "Ich achte dein Schicksal!" Am Schluss der Aufstellung entsteht durch Bewegen der Personen im Raum meist ein "Lösungsbild", bei dem die Personen in einer Art archaischen Ordnung stehen, die Eltern nebeneinander; die Kinder gegenüber und vom Alter her in der richtigen Reihenfolge usw.

Bert Hellinger