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Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie ist aus der Anwendung von Lerntheorien auf den Menschen entstanden. Damit nimmt sie eine Gegenposition zur Psychoanalyse ein, die davon ausgeht, dass der Mensch durch Triebe und Konflikte gesteuert ist.

Mit den Ergebnissen von Pawlow, dass bestimmte Reaktionen konditioniert werden können (Klassisches Konditionieren), begannen die Forscher Lernprinzipien auch auf den Menschen und die Psychotherapie anzuwenden. Insgesamt geht man von drei Lernprinzipien aus, wie Menschen Verhalten aufbauen und abbauen können: das Klassische Konditionieren, das Operante Konditionieren und das Modelllernen.

Kurz gesagt, geht es in der Verhaltenstherapie darum, dass Verhalten (und damit auch Verhaltensauffälligkeiten) durch Lernprozesse entsteht und wieder veränderbar ist. Man geht also in der Verhaltenstherapie davon aus, dass es entweder zuviel ungünstiges Verhalten gibt (z.B. das Vermeidungsverhalten bei Phobien) oder zuwenig an erwünschtem Verhalten (z.B. konzentriertes Lernen bei Kindern).

Als Folge soll in der Therapie erwünschtes Verhalten aufgebaut und unerwünschtes Verhalten abgebaut werden. Erwünschtes Verhalten wäre z.B. bei einer sozialen Phobie, dass der Patient einen Vortrag halten oder sich durchsetzen kann. Als Methode wären hier z.B. das soziale Kompetenztraining angemessen, bei dem es darum geht, sich sozial angemessen verhalten und durchsetzen zu können. Meist kommen hierbei Rollenspiele zum Einsatz.

Begonnen wird nach der Anamnese mit einer Verhaltensanalyse: Welche Verhaltensweisen und Einstellungen sollen abgebaut, aufgebaut oder verändert werden. Zugrundegelegt wird meist das S-O-R-K-C-Modell von Kanfer: S=Stimulus; O=Organismus, R=Reaktion; K=Kontingenz und C=Consequenz. Analysiert werden diese verschiedene Komponenten danach, ob und wie sie Probleme auslösen oder aufrechterhalten könnten.

Eine weitere Methode der Verhaltenstherapie ist das Entspannungstraining. Bei diesem geht es darum, dass der Patient lernt, sich zu entspannen und damit Streßreaktionen zu vermindern. Vor allem kommen zum Einsatz die progressive Muskelentspannung und das autogene Training. Seltener ist die Biofeedback-Methode.

Zuerst konzentrierte man sich in der Verhaltenstherapie auf das, was beobachtbar ist: das Verhalten. Später hat man erkannt, dass die Gedanken und Überzeugungen auch eine wichtige Rolle spielen und die kognitiven Methoden mit einbezogen. Heute spricht man daher von kognitiver Verhaltenstherapie.

Iwan Pawlow