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Panikstörung

Die Panikstörung zählt zu den Angststörungen und zeigt sich vor allem durch körperliche Symptome. Die Betroffenen verspüren starke Angstattacken mit starkem Herzrasen, Engegefühl in der Brust, Schwindel, weiche Knie, Schweissausbrüche und Ohnmachtsgefühle. Oft stehen die körperlichen Symptome so im Vordergrund, dass sie die Angst haben, einen Herzinfarkt zu bekommen, in Ohnmacht zu fallen oder gar zu sterben.

Die Betroffenen gehen aufgrund dieser Befürchtungen zum Arzt, der aber keine körperliche Ursachen feststellen kann. Oft werden solche Arztkonsultationen wiederholt und es kann Monate bis Jahre dauern, bis die Betroffenen zur Therapie kommen und die psychische Ursache der Panikstörung erkannt wird.

Die Panikattacken kommen meist unerwartet (vor allem am Anfang) und steigern sich innerhalb weniger Minuten zu massiven Angstattacken. Oft vermeiden die Betroffenen Situationen, in denen sie erneut Panikattacken bekommen könnten, wie zum Beispiel Einkaufen, ins Kino gehen oder Auto fahren. Sie befürchten dann, "umzukippen", die Kontrolle zu verlieren, sich und andere zu gefährden oder gar zu sterben. Oft entwickelt sich noch eine Agoraphobie, d.h. das Vermeiden von Plätzen oder Menschenmengen aus Angst, dann nicht rechtzeitig Hilfe zu erhalten. Zusätzlich kommt es meist zu einer "Angst vor der Angst", d.h. die Betroffenen haben dann zusätzlich Angst, Angst vor weiteren Panikattacken zu bekommen und diese nicht aushalten zu können. Durch das Vermeiden vor vermeintlich "gefährlichen" Situationen sowie die Flucht aus einer Situation bei einer Angstattacke bleibt die Angststörung aufrechterhalten. Es kommt zusätzlich zur Aufschaukelung der Symptome im Sinne eines Teufelskreises, weil das übermäßige Beachten von Symptomen sowie die damit verbundenen Angstgedanken die körperlichen Symptome noch verstärken.

Als Therapiemethode hat sich vor allem die Reizkonfrontation der Verhaltenstherapie bewährt, bei der es darum geht, die Angstreaktion wieder zu verlernen. Durch das Aufsuchen der bisher vermiedenen Situationen und das Aushalten der Angst kommt es zu einer Abnahme der Angstsymptome: der Körper "verlernt" es wieder (Habituation), in bestimmten Situationen (unangemessene) Angst zu haben. Trotz ihrer sehr hohen Wirksamkeit ist eine Reizkonfrontation erst einmal stark angstbesetzt, weil die Betroffenen ja gerade befürchten, ihre Angst nicht aushalten zu können. Deshalb erarbeitet der Therapeut gemeinsam mit den Klienten eine Hierarchie der gefürchteten Situationen, die dann schrittweise mit Unterstützung des Therapeuten bewältigt werden.

Zusätzlich werden durch Methoden der Kognitiven Therapie die (unrealistischen) Angstbefürchtungen (wie z.B. "Ich werde dadurch sterben!") genau erarbeitet und hinterfragt. Der Einfluss von Gedanken auf Gefühle und in diesem Fall von Katastrophisierungen auf die Angst wird deutlich gemacht und es werden alternative Strategien, wie zum Beispiel die Fokusierung der Aufmerksamkeit vom Körper auf die Umwelt gelernt.