Wir nehmen uns gerne Zeit für Sie:
Tel. 02171 / 7 64 64 54

Anmeldung
Anfragen & Formular »

Prämiengutscheine und Bildungsschecks

HPP2GO - Heilpraktikerwissen Psychotherapie to go

Lexikon

Lexikon

Psychoanalyse

Die Psychoanalyse nach Freud beinhaltet sowohl eine Entwicklungstheorie für die ganz normale Entwicklung eines Menschen (sogenannte Entwicklungsphasen) als auch eine Störungstheorie für die Entstehung von psychischen Störungen ohne organische Ursache, von Freud Neurosen genannt. Zusätzlich ist die Psychoanalyse eine Therapieform zur Behandlung der Neurosen.

Der Begriff Neurosen stammt ursprünglich von Cullan, einem schottischen Arzt, der diesen Begriff 1776 für eine krankhafte Störung der Nerven verwendet hat. Freud benutzte ihn zuerst, um Störungen zu beschreiben, die wie neurologische Störungen aussahen und z.B. durch Lähmungen oder Ohnmachtsanfälle gekennzeichnet waren. Er nannte diese Störungen Konversionsneurosen: Ein psychischer Konflikt konvertiert (wandelt sich um) in ein körperliches Symptom.

Freud ging dabei von drei Instanzen in jeder Persönlichkeit aus: Das ES ist das Lustprinzip, in ihm sind die Triebe enthalten, die zu sofortiger Befriedigung drängen. Das ÜBER-ICH sind die verinnerlichten Normen, Wert- und Moralvorstellungen. Das ICH ist die Instanz die zwischen den Ansprüchen des ES, den Vorschriften des ÜBER-ICHs und der Umwelt vermitteln soll. Dazu hat das ICH die Abwehrmechanismen zur Verfügung, die (als negativ bewertete) Impulse aus dem ES abwehren oder umleiten sollen. (Siehe hierzu die Newsletter Mai/05 [287 KB] - und Juli/07-Ausgabe [218 KB] .)

Gelingt diese Abwehr der Triebimpulse nur unzureichend, weil z.B. das ICH zu schwache Abwehrmechanismen entwickelt hat oder die Impulse aus dem ES zu stark sind bzw. das ÜBER-ICH zu rigide ist, dann entsteht ein Konflikt, meist vor dem Hintergrund eines Ursprungskonfliktes aus der Kindheit. Wenn das ICH diesen Konflikt nicht lösen kann, entsteht Angst. Bei zu starker Angst könnte sich der Konflikt in eine Krankheit umwandeln (z.B. eine Angstneurose). Man spricht dann auch von Kompromisslösung des ICHs: Das ICH hat keinen Konflikt mehr auszuhalten, aber die Person ist krank. Die Entlastung des Konflikts nennt man primären Krankheitsgewinn.

In der Psychoanalyse versucht nun der Analytiker wieder an den Konflikt heranzukommen. Der Patient liegt in der klassischen Analyse auf der Coach und der Analytiker sitzt hinter ihm. Dieses Setting soll es dem Klienten erleichtern, wieder in kindliche Zustände zu kommen, in denen sich der Ursprungs-Konflikt gebildet hat. Durch Assoziation, Traumdeutung oder der Analyse von Abwehrmechanismen, der Übertragung (der Klient projiziert frühere Gefühle auf den Therapeuten) und Gegenübertragung (der Therapeut empfindet ähnliche Gefühle wie frühere Bezugspersonen des Klienten) wird versucht der Konflikt aufzudecken, welcher der Störung zugrunde liegt. Durch Bewusstmachen des Konfliktes soll dieser gelöst werden, so dass die Symptome nicht mehr notwendig sind.

Sigmund Freud